Schostakowitsch, Dmitri Dmitrijewitsch (1906–1975)

Zwei Präludien aus 24 Präludien für Klavier solo op. 34 (1932–1933)

bearbeitet für Flöte, Klarinette und Fagott

von Quinto Maganini (1897–1974)

 

I      4. Präludium in e-Moll Moderato (1933)

II    15. Präludium in C-Dur (Orig.: Des-Dur) Allegretto (1933)

Ebenso wie die – Bachs Wohltemperiertes Klavier zum Vorbild – zwischen 1836–1839 entstandenen 24 Préludes op. 28 von Fryderyk Franciszek Chopin (1810–1849), sind auch die durch sie beeinflußten 24 Präludien von Schostakowitsch nach der Tonartenfolge des Quintenzirkels – im Wechsel von Dur- und Moll – aufgebaut.

 

Krzysztof Meyer (geb. 1943) schreibt in Dmitri Schostakowitsch | Sein Leben, sein Werk, seine Zeit (Atlantis Musikbuch; Schott Music, Mainz) auf den Seiten 212–214:

»[…] 13 Tage nach Beendigung der Lady Macbeth begann er die Arbeit an einem Zyklus von 24 Präludien – Miniaturen in allen Tonarten des Quintenzirkels. Die Idee zu diesem neuen Werk unterschied sich grundsätzlich von seiner bisherigen Klaviermusik. Stilistisch machte Schostakowitsch einen Rückgriff, indem er bewußt an die Musik von Chopin, Skrjabin, Mahler, Rachmaninow und Prokofjew anknüpfte. Die sich daraus ergebende stilistische Vielfalt führte zu einem eigenartigen Effekt – Miniaturen, die an Unterhaltungsmusik grenzen, stehen neben dramatischen, groteske neben lyrischen Stücken. […] Schostakowitsch arbeitete sehr schnell an den Präludien – in wenigen Stunden war eines fertig. […] Die ersten acht Präludien präsentierte der Komponist zum erstenmal am 17. Januar 1933 im Großen Saal der Leningrader Philharmonie. Zu diesem Zeitpunkt hatte er gerade neun Präludien fertig (das achte beendete er übrigens erst sechs Tage vor dem Konzert). Den ganzen Zyklus spielte er am 24. Mai in Moskau, als er bereits intensiv an seinem Klavierkonzert arbeitete. Die Kritik nahm die Präludien freundlich auf, und einige Pianisten (unter anderem Heinrich Neuhaus) nahmen sogleich das eine oder andere in ihr Repertoire auf. […]«

 

Erschienen sind die 24 Präludien erstmals 1934 im 1930–1963 unter dem Namen Musgis (Muzgiz) firmierenden Staatlichen Musikverlag [Государственное музыкальное издательство (Музгиз)] in Moskau.

 

Der US-amerikanische Flötist, Komponist und Dirigent Quinto Maganini (1897–1974) arrangierte eine Reihe von Schostakowitschs Kompositionen, wie die Drei phantastischen Tänze op. 5, Musik aus den Opern Die Nase op. 15 und Lady Macbeth von Mzensk op. 29, die Suiten aus den Balletten Das goldene Zeitalter op. 22a und Der Bolzen op. 27a. Maganini, der bei Nadia Boulanger in Paris studierte, schuf neben zwei Opern, einem Ballett, einem Streicherkonzert und Vokalkompositionen auch etliche Orchesterwerke, darunter eine Sinfonie.

Die Präludien Nr. 4 und 15 aus op. 34 bearbeitete er für Flöte, Klarinette und Fagott. Von ihm autorisiert ist auch die Besetzung für Flöte, Violine (bzw. zwei Violinen) und Violoncello.

(2017)